Redaktionen sind 2026 kleiner, schneller und anspruchsvoller als je zuvor, und sie bekommen täglich mehr Angebote, als sie lesen können. Durch kommt, wer echte Neuigkeiten, eigene Daten und gute Gesprächspartner liefert. Die Pressemitteilung bleibt dabei ein wichtiges Werkzeug, sie ist heute aber eher Grundlage als alleiniger Türöffner.

Wie arbeiten Redaktionen heute?

In vielen Redaktionen erledigen weniger Menschen mehr Arbeit. Dieselbe Journalistin betreut Print, Online, Newsletter und Podcast, oft für mehrere Ressorts. Zeit für lange Recherchen ist knapp, das Postfach dagegen voll. Gleichzeitig ist der Anspruch gestiegen. Redaktionen wollen Geschichten, die ihre Leserinnen und Leser wirklich interessieren und die sie online messbar weiterbringen.

Für Unternehmen ist das eine gute Nachricht. Wer Redaktionen Arbeit abnimmt, ohne ihre Unabhängigkeit anzutasten, ist willkommener denn je.

Was wollen Redaktionen wirklich?

Einen echten Nachrichtenwert

Die wichtigste Frage jeder Redaktion lautet: Warum sollte das unser Publikum heute interessieren? Ein neues Produkt allein beantwortet sie selten. Ein Trend, den das Produkt sichtbar macht, ein Problem, das es löst, oder eine Entwicklung, die viele betrifft, schon eher.

Eigene Daten und exklusive Einblicke

Zahlen aus dem eigenen Geschäft, eine Umfrage oder eine Auswertung, die es nirgendwo sonst gibt, sind für Journalistinnen Gold wert. Noch stärker wirkt ein exklusives Angebot an eine einzelne Redaktion, bevor die Meldung breit verschickt wird.

Menschen, die etwas zu sagen haben

Redaktionen suchen Gesprächspartnerinnen, die ein Thema einordnen, eine klare Meinung vertreten und auch kurzfristig erreichbar sind. Eine Geschäftsführerin, die in fünf Minuten am Telefon erklärt, was eine neue Regelung für ihre Branche bedeutet, ist wertvoller als drei Seiten Unternehmensdarstellung.

Gutes Material

Hochwertige Fotos ohne Werbeanmutung, kurze Videos, Grafiken und ein übersichtlicher Pressebereich auf der Website sparen Zeit und erhöhen die Chance auf eine Veröffentlichung deutlich. Viele Berichte scheitern schlicht daran, dass das passende Bild fehlt.

Ist die Pressemitteilung tot?

Nein. Sie hat nur eine andere Rolle bekommen. Die Pressemitteilung ist das offizielle Dokument, auf das sich Redaktionen, Nachrichtenagenturen und Fachportale berufen können. Sie bündelt die Fakten, liefert zitierfähige Aussagen und bleibt im Archiv auffindbar. Und sie wird zunehmend auch von Suchmaschinen und KI-Systemen gelesen, die nach verlässlichen Quellen über ein Unternehmen suchen.

Was sich verändert hat, ist der Weg zur Veröffentlichung. Eine Mitteilung, die an tausend Adressen gleichzeitig geht, verschwindet meist im Postfach. Wirksam wird sie, wenn sie gezielt an passende Redaktionen geht, persönlich angekündigt wird und mit einem konkreten Angebot verbunden ist, etwa einem Interview, exklusiven Zahlen oder einem Termin vor Ort.

Wie sieht eine gute Pressemitteilung 2026 aus?

  • Die Kernaussage steht in der Überschrift und im ersten Absatz, verständlich auch für alle, die nur diese Zeilen lesen.
  • Sie ist kurz, meist reicht eine Seite.
  • Zitate sagen etwas Neues und klingen nach einem Menschen, nicht nach einer Werbeagentur.
  • Fakten, Zahlen und Quellen sind sauber belegt.
  • Bildmaterial und eine Ansprechperson mit direkter Nummer sind dabei.
  • Sie ist für das jeweilige Medium angepasst, statt für alle gleich zu klingen.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Moderne Pressearbeit ist weniger Versand und mehr Beziehung. Wer weiß, welche Journalistin welches Thema betreut, welche Redaktion welche Formate mag und wann ein Thema Saison hat, kommt mit weniger Aufwand weiter. Aus unserer täglichen Arbeit mit Redaktionen in Deutschland und Österreich wissen wir, dass ein gut vorbereiteter Anruf oft mehr bewirkt als zehn Mails.

Genauso wichtig ist Kontinuität. Ein Unternehmen, das alle paar Wochen etwas Relevantes zu sagen hat, wird für Redaktionen zur verlässlichen Quelle. Einzelne Meldungen im Jahresabstand bleiben dagegen selten hängen.

Auch der Ton hat sich verändert. Superlative, Fachjargon und lange Satzketten schrecken ab. Redaktionen schätzen Texte, die klingen, als hätte sie ein Mensch für Menschen geschrieben, mit konkreten Beispielen und einer klaren Haltung. Wer eine Pressemitteilung so formuliert, dass eine Journalistin Teile davon direkt übernehmen kann, spart ihr Zeit und erhöht die Chance auf eine Veröffentlichung.

Schließlich zählt der Pressebereich auf der eigenen Website mehr denn je. Er ist die erste Anlaufstelle für Recherchen und für KI-Systeme, die Fakten über ein Unternehmen suchen. Aktuelle Mitteilungen, Bilder in Druckqualität, Ansprechpartner und eine kurze Unternehmensbeschreibung gehören dort hin, gut auffindbar und regelmäßig gepflegt.

„Journalistinnen und Journalisten wollen keine Werbung, sie wollen Geschichten, die ihr Publikum weiterbringen. Wer das verstanden hat, muss sich um Veröffentlichungen wenig Sorgen machen.“ Miriam Günther, Agenturleitung Berlin, Fullstop PR

Welche Themen in Ihrem Unternehmen für Redaktionen interessant sind, zeigt unsere kostenlose PR-Analyse.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Pressemitteilung 2026 noch?

Ja, als offizielle Grundlage mit allen Fakten und Zitaten. Am besten wirkt sie, wenn sie gezielt an passende Redaktionen geht und mit einem persönlichen Angebot wie einem Interview oder exklusiven Daten verbunden ist.

Wie lang sollte eine Pressemitteilung sein?

In den meisten Fällen reicht eine Seite. Die wichtigste Information gehört in Überschrift und ersten Absatz, Details und Hintergründe folgen darunter oder im Pressebereich der Website.

Wie erreicht man Journalistinnen und Journalisten am besten?

Mit einem kurzen, persönlichen Angebot, das zum Ressort passt, und zur richtigen Zeit. Eine gute Beziehung entsteht über verlässliche Informationen, erreichbare Ansprechpartner und Respekt vor der redaktionellen Unabhängigkeit.

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