Deutschland, Österreich und die Schweiz teilen eine Sprache, aber nicht ihre Medienwelten. Internationale Unternehmen, die in den DACH-Raum expandieren, brauchen für jedes Land eigene Themen, eigene Ansprechpartner und ein Gespür für den Ton. Wer das von Anfang an berücksichtigt, wird schneller als ernstzunehmender Anbieter wahrgenommen.

Warum reicht eine deutsche Übersetzung nicht?

Viele internationale Unternehmen übersetzen ihre globale Pressemitteilung und verschicken sie an deutschsprachige Medien. Das Ergebnis ist meist ernüchternd. Redaktionen erwarten einen lokalen Bezug: Was bedeutet der Markteintritt für Kundinnen hier, wer ist die Ansprechperson vor Ort, welche Zahlen gelten für diesen Markt? Ohne diese Antworten bleibt die Meldung eine von vielen.

Wie unterscheiden sich die drei Märkte?

Deutschland

Der größte Markt ist föderal geprägt. Neben überregionalen Leitmedien spielen starke Regionalzeitungen und eine enorme Vielfalt an Fachmedien eine große Rolle. Die Nachrichtenagentur dpa beliefert einen Großteil der Redaktionen. Wer in Deutschland sichtbar werden will, braucht Geduld und eine klare Auswahl der Medien, die für die eigene Zielgruppe wirklich zählen.

Österreich

Der österreichische Markt ist überschaubarer und stärker auf Wien konzentriert. Persönliche Kontakte haben hier besonders viel Gewicht, Pressegespräche und Hintergrundtermine sind beliebt. Die Austria Presse Agentur ist eine zentrale Quelle. Auch sprachlich lohnt sich Sorgfalt, denn österreichische Begriffe und ein eigener Ton zeigen, dass ein Unternehmen das Land ernst nimmt.

Schweiz

Die Schweiz ist mehrsprachig. Wer nur die Deutschschweiz anspricht, erreicht einen Teil des Marktes, die Romandie und das Tessin brauchen eigene Inhalte. Schweizer Hochdeutsch kennt kein ß, und Redaktionen achten auf solche Details. Wirtschaftsthemen werden oft sachlich und zahlenorientiert erzählt, Übertreibungen kommen schlecht an.

Was braucht ein erfolgreicher Markteintritt in der Kommunikation?

  • Ein Gesicht vor Ort, idealerweise die Landesgeschäftsführung, die Interviews in der Landessprache geben kann
  • Lokale Zahlen, Kundinnen oder Partner, die zeigen, dass das Unternehmen wirklich angekommen ist
  • Themen, die an hiesige Debatten anknüpfen statt an globale Botschaften
  • Eine Medienliste, die Leitmedien, Fachmedien und Regionaltitel je Land unterscheidet
  • Ein deutschsprachiger Pressebereich mit Ansprechperson und direkter Telefonnummer

Wie lange dauert es, bis man wahrgenommen wird?

Ein Markteintritt ist kein Tag, sondern ein Prozess. Die erste Meldung sorgt für Aufmerksamkeit, die eigentliche Arbeit beginnt danach. Wer in den ersten Monaten regelmäßig mit relevanten Themen, Expertenkommentaren und lokalen Erfolgen auftritt, baut eine Position auf, die bleibt.

Unterschätzt wird oft auch die Rolle der Fachmedien. In allen drei Ländern gibt es für fast jede Branche spezialisierte Titel mit treuer Leserschaft. Sie sind für einen Markteintritt häufig wertvoller als ein einzelner Bericht in einem großen Leitmedium, weil sie genau die Entscheider erreichen, auf die es ankommt. Wer hier früh Kontakte aufbaut, legt das Fundament für alles Weitere.

„Internationale Unternehmen unterschätzen oft, wie unterschiedlich die Medien im DACH-Raum funktionieren. Wer die lokalen Spielregeln kennt, gewinnt Vertrauen deutlich schneller.“ Maria Samos Sanchez, Managing Director, Fullstop PR

Sie planen den Start im DACH-Raum? Unsere kostenlose PR-Analyse zeigt, wo Sie medial ansetzen können.

Häufige Fragen

Braucht man für Deutschland, Österreich und die Schweiz getrennte Pressemitteilungen?

Meist ja. Inhalte, Zahlen, Ansprechpartner und manchmal auch Begriffe sollten für jedes Land angepasst werden. In der Schweiz kommen französisch- und italienischsprachige Fassungen hinzu.

Wie wichtig ist ein lokaler Sprecher?

Sehr wichtig. Redaktionen interviewen lieber eine Person vor Ort, die die Landessprache spricht und den Markt kennt, als eine Zentrale im Ausland.

Welche Nachrichtenagenturen sind im DACH-Raum relevant?

In Deutschland die dpa, in Österreich die Austria Presse Agentur APA und in der Schweiz Keystone-SDA.

Leave a Reply